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EU AI Act: Kommission beginnt mit der Durchsetzung – was Unternehmen jetzt wissen müssen

Seit dem 2. August 2026 gelten die zentralen Transparenzpflichten der KI-Verordnung, das EU-KI-Büro und nationale Behörden starten die Durchsetzung. Die Hochrisiko-Regeln folgen erst später.

iureka Team ·

Foto: Tim Diercks / Pexels
Foto: Tim Diercks / Pexels

Die europäische KI-Verordnung ist in ihre Durchsetzungsphase getreten: Seit dem 2. August 2026 wenden das EU-KI-Büro (AI Office) gemeinsam mit den nationalen Behörden den AI Act an, gleichzeitig gelten neue Transparenzregeln (Europäische Kommission). KI-Systeme müssen Nutzerinnen und Nutzern nun mitteilen, wenn sie mit einer KI interagieren oder Inhalte von einer KI erzeugt beziehungsweise verändert wurden.

Was ab August 2026 gilt

Die Transparenzpflichten aus Artikel 50 der Verordnung betreffen auch Anwendungen mit geringem Risiko: Chatbots und Sprachassistenten müssen als KI gekennzeichnet werden, synthetische Stimmen und manipulierte Bilder ebenso wie KI-generierte Texte, Videos und Fotos. Große KI-Anbieter wie Google, Meta oder OpenAI müssen ihre Inhalte maschinenlesbar mit Wasserzeichen und Metadaten markieren (Deutschlandfunk). Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen genügt laut IHK eine einfache, verständliche Kennzeichnung (IHK Hochrhein-Bodensee). Die Pflicht zur maschinenlesbaren Markierung KI-generierter Inhalte durch Anbieter allgemeiner KI-Modelle greift am 2. Dezember 2026 (Haufe).

Hohe Bußgelder, verschobene Hochrisiko-Regeln

Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 15 Millionen Euro oder drei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes (Deutschlandfunk). Die zentralen Anforderungen für Hochrisiko-KI-Systeme wurden durch das „Digital-Omnibus“-Paket der EU dagegen auf Dezember 2027 verschoben – inhaltlich jedoch nicht abgeschwächt, wie PwC betont (PwC). Bis zum Stichtag müssen zudem alle Mitgliedstaaten mindestens eine KI-Regulierungssandbox eingerichtet haben (artificialintelligenceact.eu).

Für Unternehmen bedeutet der Stichtag den Beginn einer neuen Compliance-Realität: Das EU-KI-Büro überwacht nun aktiv die Anbieter allgemeiner KI-Modelle, nationale Behörden können Beschwerden bearbeiten, Ermittlungen eröffnen und Sanktionen verhängen (LinkedIn/Compliance-Analyse). Wer frühzeitig eine belastbare KI-Governance aufbaut, sichert sich laut Branchenexperten Wettbewerbsvorteile.