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KI · Arbeitsmarkt

Indiens Generation Z gegen die Maschinen: KI verschärft die Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt

Digitale Proteste stürzten Indiens Bildungsminister – doch während die Jugend das Smartphone als Waffe entdeckt, nimmt KI ihr die Jobs: Bis 2030 könnten 60 Prozent der formalen Arbeit automatisierbar sein.

iureka Team ·

Foto: Mahadev Mandal / Pexels
Foto: Mahadev Mandal / Pexels

Den Sieg über die Regierung verdankt Indiens Generation Z der digitalen Revolution – doch dieselbe Revolution droht die Jungen vom sozialen Aufstieg abzuhängen. Die F.A.Z. zeichnet den Widerspruch nach, der Indiens Arbeitsmarkt derzeit erschüttert: Hunderttausende Jugendliche erzwangen mit digital organisierten Protesten den Rücktritt des Bildungsministers, während Künstliche Intelligenz zeitgleich zehntausende Jobs in der IT-Branche kostet (F.A.Z.).

Digitale Gegenmacht – und digitale Bedrohung

Auslöser der Proteste war der Skandal um durchgestochene Prüfungsfragen bei der landesweiten Medizinhochschulprüfung; eine als Satire gegründete „Kakerlaken“-Partei mobilisierte über Instagram die Massen. Rund 400 Millionen Inder gehören zur Generation Z. Doch auf der anderen Seite erhöhen Automatisierung und KI den Druck auf den ohnehin angespannten Arbeitsmarkt: Die staatliche Denkfabrik NITI Aayog rechnet vor, dass KI Indien im IT-Sektor ein Viertel der Stellen kosten könnte – rund zwei Millionen – und dass bis 2030 etwa 60 Prozent der formellen Arbeit automatisierbar sein werden (F.A.Z.).

Die IT-Riesen spüren den Wandel

Schon jetzt ist der Arbeitsmarkt für Akademiker eine Katastrophe: Nur sieben Prozent der Universitätsabsolventen finden im ersten Jahr eine feste Stelle, 40 Prozent der unter 25-Jährigen sind arbeitslos. Als im Frühjahr neue KI-Werkzeuge vorgestellt wurden, rauschten die Aktien der indischen IT-Giganten in die Tiefe – TCS büßte zwischenzeitlich 22 Milliarden Euro Börsenwert ein und meldete am Ende des Geschäftsjahres 24.000 Beschäftigte weniger, HCLTech reduzierte seine Belegschaft um mehr als 3.000 Stellen (F.A.Z.). Im Juni 2026 rutschten TCS und Infosys erneut deutlich ab und zogen den Nifty-IT-Index an einem einzigen Handelstag um fast fünf Prozent nach unten (metaintro.com).

Zwischen Angst und Neugier

In einer Studie gaben 70 Prozent der indischen GenZ-Mitglieder an, Angst zu haben, ihren Arbeitsplatz durch KI zu verlieren – während 80 Prozent zugleich neugierig auf KI-Werkzeuge sind. Das Weltwirtschaftsforum schätzt, dass fast 40 Prozent der bestehenden Qualifikationen innerhalb von fünf Jahren aktualisiert werden müssen (Economic Times CFO). TCS signalisiert derweil Hoffnung: Der Konzern stellte im jüngsten Quartal 14.000 junge Menschen ein – so viele wie nie zuvor in so kurzer Zeit. Die Frage ist am Ende vielleicht nicht, ob KI die Massen arbeitslos macht, sondern ob sie den Jungen den Aufstieg verbaut (F.A.Z.).